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Wie ich lernte, meine helle Haut zu lieben – 3 Tipps für den perfekten Vintage Teint

Vintage Teint

Die Hautfarbe – die ewige Projektionsfläche der Schönheitsideale

Nun ist es so, dass die Haut immer wechselnden Schönheitsvorstellungen unterliegt. In meiner Pubertät litt ich sogar hin und wieder unter den gesellschaftlichen Vorstellung von dunkler (Solariums-)Bräune. Denn meine Haut hat es nie und wird es auch nie mitmachen. Nach drei Wochen Strandurlaub sah ich immer noch aus, wie frisch nach dem Winter. Ich fühlte mich blaß und ungesund, denn gesunde Menschen werden nun mal ganz schnell braun.
Tatsächlich musste ich mir mindestens ein Mal im Jahr, immer im Sommer, nahezu täglich von fremden und nicht so fremden Menschen Kommentare anhören. Von Überraschung („Was? Du warst im Urlaub?“) über „Anfeindungen“ („Mensch, Mädchen, geh mal wieder raus in die Sonne“) war alles dabei.  Eigentlich sehr überraschend, dass Viele die Haut anderer Menschen so persönlich nehmen. Da ich weder Sonnenbrand noch rote Stellen bekomme, hat man mir auch nicht geglaubt, dass ich mich in jeder freien Minute im Garten gegrillt habe. Und so lief das jeden Sommer, was nach Wochen rauskam war die Stufe „einen Tag mal rausgesetzt“.

Mein Teint geht eigentlich niemanden was an

Mit den Jahren verstand ich, dass es so nicht weitergehen kann. Ich merkte, dass meine Haut wohl nicht für Bräune gemacht ist und mir wurde es immer lästiger in jeder freien Stunde in der prallen Sonne rumzuliegen. Also probierte ich mich an Selbstbräuner. Tatsache ist, ab und an ist es wahrscheinlich eine nette Alternative, aber einerseits ist es bisher wenig untersucht, was die Cremes tatsächlich langfristig mit der Hautschicht machen und andererseits stinken eigentlich alle nach der Anwendung.

Und so blieb mir nichts anderes übrig, als meine Hautfarbe zu akzeptieren und sogar zu schätzen. Nachdem ich in die Vintage-Welt eingetaucht bin, hat sich für mich viel gewandelt. Plötzlich gilt meine Haut als schön, mein Teint sogar als erstrebenswert.  In den 20er-50er Jahren versuchten Frauen die Sonne zu meiden, zum einen da es gängiges Schönheitsideal war, zum anderen weil es Falten und dem Alterungsprozess vorbeugt. Dennoch hat nun mal jede Frau einen anderen Hautton, den es zu unterstreichen gilt. Ich fing an, meine Haut schön zu finden, vor allem wenn sie makellos und strahlend ist. Und dafür gibt es 3 Tipps und Begleiter, die der Haut helfen, sich von der besten Seite zu zeigen  ohne maskenartig zu sein.

Eine schimmernde Grundierung

Es ist wichtig, dass blasse Haut von innen strahlt und nicht kalkig wirkt. Das kann man mit einer guten Foundation erreichen, die man dem Make-up trägt. Eine Luxus-Variante ist die LE BLANC DE CHANEL Basis mit kleinen Schimmerpartikeln. Es glättet und deckt Rötungen & Augenringe ab. Außerdem kann man den Allrounder ebenfalls auch als schimmerndes Finish verwenden. Dafür einfach ein paar Tropfen nach der Foundation auf die Schlüsselpunkte im Gesicht  auftragen- also auf Wangenknochen, T-Zone – also Stirn, Nase und Kinn, und für einen Marilyn-Look über die Mitte der Oberlippe (Fachbegriff: Philtrum).
Die günstigere Alternative findet man bei NYX. Die Marke hat drei NYX STUDIO PERFECT PRIMER im Sortiment: Grün gleicht besonders gut Rötungen aus, Lavendel und Clear bringen die Haut zum Strahlen.
Günstiger Geheimtipp: Falls man zum Abschluss keinen Highlighter zur Hand hat, kann man einfach ein wenig schimmernden Lidschatten mit einem Pinsel auftragen, am besten einen weißen mit goldenen Schimmerpartikeln.

Ein mattes Konturpuder

Um seine Gesichtskonturen besser zur Geltung zu bringen, braucht man ein Puder, welches matt und ohne Schimmerpartikel ist. Dieses kann man unter die Wangenknochen und dünn an den Nasenflügeln auftragen. In Kombination mit einem rosé Rouge für auf die Wangenknochen sorgt es für den perfekten Vintage Teint.
Für helle Haut eignet sich das MAC Powder Blush Sheer Tone Tenderling oder jedes andere matte Rougepuder in dem Farbton. Ich nutze momentan den Cindy-Lou Manizer von The Balm, den ich in Straßburg gekauft habe und bin total zufrieden, da er sowohl zum Contouring als auch als Rouge einsetzbar ist.
Ein Rouge in einem „knalligen“ Porzellan-Rosé auf den Wangenknochen steht wirklich jedem Hauttyp. Wir haben hier den Chanel Pink Blush abgebildet, jedoch gibt es ein klares rosé bei nahezu allen Marken.

Lidstrich ist nicht gleich Lidstrich

Vintage Make-up heißt für Viele ein dominanter schwarzer Lidstrich. Der steht jedoch nicht allen und erst recht nicht im Alltag. Was man auf schwarz-weiß Bildern früherer Ikonen nicht erkennen kann, ist dass früher alles viel bunter getragen wurde – sowohl der Lidstrich als auch der Lippenstift war meistens nicht einfach nur schwarz/rot.
Für helle Hauttypen ist beispielsweise ein Anthrazit-Fluidliner, in einem schimmernden Grau einfach perfekt. Macht schön, ist aber nicht überladen. Da ich rote Haare habe, benutze ich gerne im Alltag auch einen braunen Lidstrich.

Seinen Hautton lieben und von innen strahlen

Dass früher alle Frauen von Natur aus eine helle Haut hatten, ist ein Mythos. Aber das ein makelloser, heller Teint als Schönheitsideal galt, eine Tatsache. Grundsätzlich gilt – lasst euch nicht von schwarz-weiß Fotos und nachträglicher Einfärbung alter Fotos hinters Licht führen und probiert euer persönliches Vintage Make-up ein wenig bunter zu gestalten.
Und ganz wichtig: Akzeptiert bitte eure Hautfarbe und die der anderen. Keiner sollte sich aufgrund vergänglicher Schönheitsideale und darauf basierender Kommentare in der Sonne brutzeln oder mit Bleachingcremes einschmieren müssen. Sowohl leichtbräunender als auch heller Haut steht es gleichermaßen einen schimmernden und strahlenden Teint zu haben – dann kann man nämlich am besten von innen leuchten. Vintage Teint

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